Hausärzte-Diabetes-Zentrum Kelheim

Diabetes und Verkehr

In unserer Praxis werden Gutachten zur Fahreignung bei Diabetes erstellt, meist bei Verlängerungen zu Führerscheinen der Gruppe 2.
Unterschieden werden Fahrsicherheit (=Fahrtüchtigkeit) und Fahreignung (=Fahrtauglichkeit). Die Fahrsicherheit kann beispielsweise durch eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) kurzzeitig beeinträchtigt sein. Die Fahreignung beinhaltet die langfristige Fähigkeit, ein Kraftfahrzeug zu führen.

Die Fahrerlaubnisverordnung unterscheidet Fahrzeuge der Gruppe 1 (Fahrzeuge bis 3,5 t und Krafträder) und der Gruppe 2 (Fahrzeuge über 3,5 t und Fahrgastbeförderung) (Patientenleitlinie Diabetes und Kraftverkehr der Deutschen-Diabetes-Gesellschaft von 2019). Darin ist auch festgelegt, welche gesundheitlichen Voraussetzungen bestehen müssen. Diese werden von der Fahrerlaubnisbehörde (Landratsämter) geprüft.

Bei der verkehrsmedizinischen Bewertung der Patientenleitlinie der Deutschen-Diabetes-Gesellschaft heißt es: „Der Großteil der Menschen mit Diabetes mellitus ist geeignet, Kraftfahrzeuge zu führen. Die Voraussetzungen zum sicheren Führen von Kraftfahrzeugen können jedoch eingeschränkt oder aufgehoben sein, wenn durch unzureichende Behandlung, durch Nebenwirkungen der Behandlung oder durch Komplikationen der Erkrankung verkehrsgefährdende Gesundheitsstörungen bestehen oder zu erwarten sind.

Bei medizinischen Zweifelsfällen muss mit einer individuellen verkehrsmedizinischen Untersuchung die Frage geklärt werden, ob die Mindestanforderungen zum Führen von Kraftfahrzeugen vorliegen. Bei der Untersuchung spielen die Schwere der Erkrankung und die Art der Diabetestherapie, bereits eingetretene Komplikationen und die Fähigkeit, Anzeichen einer Unterzuckerung zu erkennen, eine zentrale Rolle. Untersucht wird auch, ob Wechselwirkungen mit anderen Erkrankungen vorliegen und ob die persönlichen Voraussetzungen für die Fahreignung gegeben sind.

Bei der Begutachtung geht es jedoch nicht allein darum, Beeinträchtigungen festzustellen, sondern auch darum, ob und wie diese ausgeglichen werden können. Kompensationsmöglichkeiten können in der erkrankten Person begründet sein, beispielsweise bei langjähriger Erfahrung als Kraftfahrer, bei verantwortungsvollem und gut bedachten Umgang mit der Erkrankung, durch vorausschauendes Handeln unter Einbeziehung möglicher Risiken und gezielte Gegenmaßnahmen. Eine Veränderung der Therapie, häufigere Blutzuckerkontrollen, eine kontinuierliche Glukosemessung oder die technische Umrüstung eines Kfz können ebenfalls die Teilhabe am Straßenverkehr ermöglichen.“

Insgesamt ist die Unfallhäufigkeit bei Diabetes allenfalls leicht erhöht.

Entsprechende Gutachten zur verkehrsmedizinischen Beurteilung bei Diabetes können durch Herrn Dr. Schindler erstellt werden. Im Regelfall sollte der Gutachter nicht der behandelnde Arzt sein.