Hausärzte-Diabetes-Zentrum Kelheim

Diabet­isches Fußsyndrom

Eine häufige und wichtige Folgeerkrankung des Diabetes ist das diabetische Fußsyndrom mit offenen Stellen an den Füßen. Diese werden durch Durchblutungsstörungen und Schädigungen der Nerven verursacht.

Die Durchblutungsstörung an den Füßen wird auch periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK, „Schaufensterkrankheit“) genannt (siehe auch Diagnostik). Bei Verdacht werden zunächst die Pulse an den Füßen getastet, dann erfolgt eine Blutdruckmessung der Beine (ABI, Ankle-Brachial-Index) und im Anschluss ggf. die Doppleruntersuchung der Beinarterien.

Als Folge des Diabetes kann auch eine diabetische Polyneuropathie an den Füßen auftreten. Diese kann sich als Missempfindungen wie Brennen, Kribbeln, Ameisenlaufen, Kältegefühl äußern („Plussymptomatik“). Die sehr unangenehmen Empfindungen können durch verschiedene Medikamente wie z.B. Pregabalin, Duloxetin, Amitriptylin behandelt werden. Wir können Sie hierzu gerne beraten und gegebenenfalls eine Therapie einleiten.

In anderen Fällen tritt eine sog. „Minussymptomatik“ auf, bei der Reize an den Füßen vermindert wahrgenommen werden. Getestet wird dies bei der Fußuntersuchung durch Monofilament und Stimmgabel, Reflextestung und Temperaturempfinden.

Aufgrund der verminderten Wahrnehmung an den Füßen können kleine Verletzungen nicht bemerkt werden, der Schuh kann unbemerkt drücken oder das Steinchen im Schuh. Das heiße Wasser beim Fußbad oder die Wärmflasche können zu Verbrühungen führen. Insgesamt ist das Risiko für Läsionen bei diabetischer Polyneuropathie erhöht.

Umso wichtiger sind Vorsichtsmaßnahmen wie die tägliche Inspektion der Füße und ihre regelmäßige Untersuchung im Rahmen der Kontrolltermine. So können Probleme rasch erkannt und behandelt werden. Auch die Verwendung spezieller Schuhe (mit diabetesadaptierten Einlagen, Diabetestherapieschuhe) trägt dazu bei, das Risiko zu verringern. Bei Bedarf werden dafür Rezepte im Diabeteszentrum ausgestellt und dann vom Orthopädieschuhmachermeister angefertigt.